Fotos: Many und Roland Szejstecki


Many Szejstecki


Meister der Perspektive

                 

 

Many Szejsteckis Welt ist unverkennbar mit dem Bergbau und der ihn umgebenen Heimat verbunden. Er gilt als Meister der Perspektiven, seine filigranen Bilder sind durch räumliche Darstellungen der ihn als Bergmann umgebenen Welt geprägt. Seine Arbeit unter Tage hat er 1983 beendet, dem Bergbau ist er aber sein Leben lang treu geblieben. Many radierte, zeichnete, baute Spiegelobjekte, mischte Techniken, wagte sich auch an digitale Methoden der Darstellung heran und schuf so zahlreiche Bilder und Objekte, die ihm in der Öffentlichkeit und der Kunstwelt viel Anerkennung brachten.

Manys Bilder stellen die Welt aus der Sicht des Bergmanns unter Tage dar. Er blickt von unten durch die zahlreichen Erdschichten hinauf ans Tageslicht,  bis sein Blick letztendlich zur Landschaft und zu den Orten an der Erdoberfläche durchdringt. Die Daten der unzähligen Punkte in seinen Bildern hat er aus den Grubenbildern der Markscheiderei entnommen und zu einem Netzwerk, das in der Ferne immer dichter wird, zusammengefügt und verbunden.

Zahlreiche  Kunstpreise und Auszeichnungen waren der Lohn für sein künstlerisches Schaffen. Im Jahr 1977 erhielt er den Preis des Kunstvereins Oberhausen zum Thema „Das Revier als Faszination”. Sein Entwurf für die Neugestaltung des Parkstadions wurde 1988 mit dem 2. Preis belohnt. Er gestaltete die Station U-Bahn Station „Am Trinenkamp“ in Gelsenkirchen mit emaillierten Wandplatten. „Im Werk habe ich jede der emaillierten Wandplatten vor dem Brennen persönlich vorbereitet, ein schöner Auftrag, und es hat sich auch gelohnt“, resümierte Many diese populäre und erfolgreiche Arbeit. Die Arbeiten von Many Szejstecki waren und sind u.a. im Deutschen Museum in München, im Bergbaumuseum Bochum, im Ruhrmuseum der Zeche Zollverein, in der kinetischen Sammlung der Stadt Gelsenkirchen im Museum Buer sowie an vielen anderen Orten zu finden. In der „Alten Maschinenhalle“ von „Fürst Leopold“ in Dorsten sind Arbeiten von ihm ab März 2026 als Dauerausstellung zu sehen und im Gebäude des Landtags NRW in Düsseldorf ist ab Mai 2026 eine Ausstellung mit Bildern und Objekten von Many Szejstecki geplant.

 

Im Ruhrgebiet ist Many als langjähriger Kopf der „Werkstatt“ in der Hagenstraße in Gelsenkirchen-Buer bekannt. Noch heute, 20 Jahre nach seinem Tod, ist seine Frau Brigitte dort jeden Freitag zwischen 16:00 und 18:00 Uhr anzutreffen, um mit den Besuchern über alte Zeiten zu debattieren. Sein Sohn Roland Szejstecki hat die Verwaltung des künstlerischen Nachlasses von Many übernommen. Und so weilt Many Szejstecki auch heute noch unter uns. Er lebt in unseren Köpfen weiter, seine Gitternetze durchziehen unsere Gedanken. Die Kunst von Many Szejstecki ist eine herausragende Erinnerung an die Geschichte des Bergbaus.

                                                       

Glück Auf!

Jürgen Heitbreder

Die Welt aus der Sicht des Bergmanns. Wir da drunten und ihr dort oben. Zahlreiche Erdschichten liegen zwischen der Arbeit unter Tage und dem Leben über den Bergwerksschächten. Many Szejstecki hat diese Erfahrungen in beeindruckenden Bildern festgehalten.




Erscheinungen im Raum


„Die experimentellen Arbeiten mit der Farbe vergleiche ich hier mit Erscheinungen, wie wir sie in der Landschaft, in der Natur erleben. Sie entstehen durch messbare, physikalische Vorgänge.

Die Zeichnung … steht für den Raum.

Ein Rätsel ist und bleibt aber die Kraft, die dahinter steht.

Hier ist die Natur, und da ist die Kunst.“

Many


Many Szejstecki bei der Arbeit

Many Szejstecki, Der Marler-Graben

Weitere empfohlene Seiten und Events 

Zu den Bildern von Many Szejstecki

Video einer Ausstellung in Nottingham, in dem drei der auf diesen Seiten vorgestellten Bilder im Hintergrund zu sehen sind (Gute Aussicht, Selbstbildnis, Der Weiche Kern).

Quelle: Roland Szejstecki